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Artenschutz

Aktiv für den Artenschutz

Nachhaltig und vielfältig: So präsentiert sich das
Artenschutzengagement des Kölner Zoos.

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Das Engagement des Kölner Zoos

 

Einige Projekte steuern wir in Eigenregie. Bei anderen Maßnahmen unterstützen
wir Partnerorganisationen mit Know-how und/oder Geldmitteln. Wir verknüpfen jedes
neue Großbauprojekt im Zoo mit einem passenden Naturschutzvorhaben.

Unsere Arbeit

Mit Zuwendungen für unsere verschiedenen Projekte konnten wir allein zwischen 2010 und 2015 rund 750.000 Euro für den Artenschutz spenden. Aber auch vor Ort, im Rheinland, machen wir uns für den Artenschutz stark. Dabei kooperieren wir mit lokalen Organisationen wie dem NABU Köln.

Als Wissenschaftlich geführter Zoo erfüllen wir zahlreiche Aufgaben. Wir sind einerseits ein attraktiver Ort, um Unterhaltung, Spaß, Erholung und Bildung miteinander zu verbinden. Andererseits sind wir uns der Problematik des Artenstrebens bewusst und deshalb in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Akteur weltweiter Natur- und Artenschutzinitiativen geworden. Über nationale Verbände wie den Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und international aktive und vernetzte Organisationen wie dem Europäischen Zooverband (EAZA) oder dem Weltverband der Zoos (WAZA) stimmen wir unsere Maßnahmen und Initiativen wirkungsvoll untereinander ab.

Nachzuchten und Forschung

Im Fokus unserer Arbeit steht die Nachzucht bedrohter Tierarten unter artgemäßen Haltungsbedingungen. Dabei werden für mehr als 1.000 verschiedene Arten weltweit Zuchtprogramme koordiniert und Zuchtbücher geführt. Nahezu die Hälfte der so gemanagten Tierarten steht als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Ziel ist es, für genetisch variable und überlebensfähige Bestände in Menschenhand zu sorgen und nach Möglichkeit Tiere zur Auswilderung bereitzustellen.

Aufgrund dieses Engagements der Zoos weltweit konnten Tierarten wie Wisente, Kalifornische Kondore, Balistare, Przewalskipferde und Säbelantilopen vor dem Aussterben bewahrt werden. Darüber hinaus sind wir auch in der Forschung aktiv und kooperieren mit der Universität zu Köln und weiteren Forschungsinstitutionen. Ein Großteil des Wissens über Wildtiere stammt aus der Forschungsarbeit an diesen Tieren in menschlicher Obhut. Ohne dieses Engagement würden wir heute viel weniger über die Biologie von Tieren wissen, nicht nur in Tiergärten, sondern auch im Freiland.

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Auswahl unserer Projekte

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  • 1 BIOTOPSCHUTZ / Belize
  • 2 GROSSER AMEISENBÄR / Brasilien
  • 3 MENSCH-TIER-KONFLIKTE / Swasiland
  • 4 AMPHIBIENSCHUTZ / Deutschland
  • 5 OKAPIS / Kongo
  • 6 GORILLAS UND BONOBOS / Kongo
  • 7 SCHWARZFUSSKATZE / Südafrika
  • 8 LEMUREN UND VÖGEL / Madagaskar
  • 9 PRZEWALSKIPFERDE / Asien, Ungarn
  • 10 BIODIVERSITÄTSFORSCHUNG
    UND -SCHUTZ / Vietnam, Laos
  • 11 BÄRENSCHUTZ / Südostasien
  • 12 PHILIPPINENKROKODIL / Philippinen
  • 13 SINGVÖGEL / Indonesien
  • 14 ELEFANTENSCHUTZ / Sri Lanka
  • 15 BAUMKÄNGURU / Papua-Neuguinea

Eigene Projekte

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Eigene Projekte

Selbst initiativ werden

Der Kölner Zoo führt in unterschiedlichen Regionen der Erde eigene Naturschutzprojekte durch. Beispielhaft dafür steht die 1999 aufgenommene Arbeit in Vietnam, die sich zunächst auf die Region Phong Nha-Ke Bang im Zentrum des Landes fokussierte. Mittlerweile erstreckt sie sich auf viele weitere Regionen in Vietnam und zusätzlich auch Laos.

Forschung für den Naturschutz

Der Kölner Zoo betreibt zusammen mit Partnern aus Vietnam und Laos seit Jahren Biodiversitätsforschung. Dabei geht es nicht nur um die Entde­ckung neuer Arten, sondern auch um die Erforschung ihrer Ökologie und Bestands­entwicklung, um passende Schutzmaß­nahmen im natürlichen Lebensraum er­greifen zu können.

Melinh

Der Auf- und Ausbau von Stationen zur Aufnahme konfiszierter Tiere sowie ihre Haltung, Nachzucht und Erforschung ist ein weiterer Schwerpunkt des deutsch-vietnamesischen Teams. Der Fokus liegt auf der Melinh­Station für Biodiversität im Norden Vietnams, die vom Institut für Ökologie und Biologische Ressourcen (IEBR) in Hanoi betrieben wird. Die Sta­tion verfügt über Auffanggehege für Rep­tilien, Amphibien und Primaten. Der Köl­ner Zoo hat mit Prof. Dr. Ziegler und seinem Team beim Auf­- und Ausbau der Station wichtige Aufbauhilfe geleistet. Für die hoch bedrohte Krokodilschwanz­echse wird mit großzügigen Anlagen ein Erhaltungszuchtprogramm eingerichtet. Auch die Lebensweise anderer hoch be­drohter Reptilien und Amphibien kann hier unter optimalen Bedingungen erforscht und Nachzuchtprogramme aufgebaut werden. Durch Wiederaufforstungen wird der Wald von Melinh zur wichtigen Puffer­zone für den angrenzenden Tam Dao­ Na­tionalpark. Melinh wird außerdem mit Unterstützung des Kölner Zoos und der Friedrich­-Ebert­-Stiftung Hanoi zu einem Zentrum für Umweltbildung ausgebaut.

Weitere Tätigkeitsfelder

Der Kölner Zoo unterstützt weitere Auffangstationen und Zoos in Vietnam, so auch den Saigon Zoo. Hier geht es vor allem um Beratung bei Anlagenbau und Haltungsmanagement, den Auf­bau von Erhaltungszuchten sowie Schu­lungen in der Gesundheitsfürsorge der Tiere.

Die Erfolge

Das Team des Kölner Zoos und seiner vietnamesischen Partner konnte in den vergangenen Jahren in Vietnam und Laos über 100 neue Wirbeltierarten entdecken. Durch ihre Erfor­schung können jetzt sinnvolle Schutz­maßnahmen eingeleitet werden. Für die hoch bedrohte Krokodilschwanzechse startete in Melinh ein vielversprechendes Erhaltungszuchtprogramm, ebenso für die bedrohte Geckoart Cnemaspis psychedelica in Südvietnam. Durch seine Tätigkeit als Dozent an den Universitäten von Hanoi und Ho Chi Minh City bildet Prof. Dr. Thomas Ziegler den Nachwuchs in Wissenschaft und Natur­schutz vor Ort selber aus.

Das Projekt

In Zusammenarbeit von NABU-Naturschutzstation, der TU Braunschweig, der Uni Köln und dem Kölner Zoo werden die noch vorhandenen Bestände der Wechselkröte systematisch erfasst. Von den Tieren werden Proben genommen, die sowohl auf mögliche Krankheitserreger als auch auf ihre Genetik untersucht werden. Die Universität Braunschweig ermöglicht diese Untersuchungen. Davon versprechen wir uns Aufschluss über die Ursachen des Rückgangs Der Kölner Zoo bemüht sich parallel um Hilfestellung beim Aufbau einer Ersatzpopulation, um rückläufige Bestände ggf. stabilisieren zu können. Aufgrund der Populationsanalysen kann dann das bereits in Bearbeitung befindliche Schutzkonzept optimiert werden. Besondere Bedeutung wird der Pflege von Gewässern und dem Anlegen von sogenannten Trittsteinbiotopen, die den Austausch zwischen den Biotopen ermöglichen, zukommen.

Die Wechselkröte

In NRW kommt die Wechselkröte nur in der Kölner Bucht vor? Kiesgruben und andere schütter bewachsene Flächen mit grabbaren Böden und geeigneten Laichgewässern sind von besonderer Bedeutung für die Art. Diese Lebensräume müssen aber gepflegt werden, sonst wachsen sie zu. Einige sind auch durch die fortschreitende Siedlungsentwicklung bereits verschwunden. Die verbliebenen Habitate sind meist voneinander abgeschnitten, so dass kein genetischer Austausch stattfindet. Für die Wechselkröte ist in den vergangenen Jahren ein alarmierender Bestandsrückgang festgestellt worden. Mehr als die Hälfte der ehemals bekannten Vorkommen sind bereits ganz verschwunden.

Verehrt und gefürchtet

Obwohl Sri Lanka eine lange Tradition der Elefantenverehrung hat, kommt es in dem kleinen aber bevölkerungsreichen Land verstärkt zu Konflikten zwischen den Dickhäutern und den dort ansässigen Menschen.Elefanten leben in Herden von mehreren Dutzend Tieren, die riesige Flächen brauchen, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Auf ihren Wanderungen werden ihnen oft die Wege von Zäunen oder Stacheldraht verbaut. Andererseits gelangen die Tiere immer wieder auf Plantagen von Bauern und zerstören die Felder und manchmal auch Gebäude. Nicht selten kommen dabei die Elefanten oder auch Menschen zu Schaden.

Die Erfolge

Im Oktober 2014 hat der Kölner Zoo vier telemetrische Halsbänder finanziert und die Wiederaussiedlung mit vorbereitet. Mit Hilfe der Halsbänder können die langen Wanderungen der Tiere verfolgt werden. In Zukunft sollen hier GPS-Halsbänder zum Einsatz kommen, die die Bewegungen der Tiere direkt über Satellit weitergeben.

Das Projekt

Die Auffang- und Wiederauswilderungsstation Udawalawe im Süden des Landes kümmert sich seit 1995 um junge Elefanten, die bei Konfliktsituationen zu Schaden gekommen sind, sei es, dass sie verletzt wurden oder ihre Muttertiere verloren haben. Seit über zehn Jahren wird die Station von Dr. Perera geleitet. In der Station werden die Tiere zunächst wieder aufgepäppelt und medizinisch versorgt. Danach versucht man, sie in kleinen sozialen Gruppen wieder im angrenzenden Nationalpark auszusiedeln. Die Mitarbeiter der Station kümmern sich außerdem um Mensch-Tier-Konflikte in der Region. Sie siedeln zum Beispiel „Problemelefanten“ um oder verhandeln mit den Bauern Ausgleichszahlungen. Der Kölner Zoo unterstützt die Wiederauswilderung der Elefanten, indem er Halsbänder für die telemetrische Überwachung finanziert, die Auswilderung wissenschaftlich betreut und das Knowhow aus der Elefantenhaltung in Zoos weitergibt.

Der Hintergrund

Schwarzfußkatzen kommen vor allem in der Nama-Karoo-Halbwüste und in den Trockensavannengebieten im südlichen Afrika vor. Sie bewohnen Gebiete mit nur wenig Niederschlägen, vorzugsweise zwischen 200 – 600 mm pro Jahr. Ihre Lebensräume sind seit der Besiedlung durch europäische Einwanderer und die immer intensivere Einflussnahme des Menschen besonders bedroht. Während für charismatische Großsäuger wie Gepard oder Spitzmaulnashorn, die ebenfalls in diesen Gebieten leben, schon seit längerem Schutzmaßnahmen existieren, war dies für die Schwarzfußkatze lange Zeit nicht der Fall. Eine 2008 unter Leitung von Dr. Alexander Sliwa, Kurator im Kölner Zoo, ins Leben gerufene Arbeitsgruppe widmet sich dem auf wissenschaftlichen Datenerhebungen beruhenden Schutz der Tiere.

Die Erfolge

Das Schwarzfußkatzenprojekt ist eines der wenigen Langzeitprojekt an einer der kleineren, wenig bekannten, wilden Katzenarten weltweit. Die kontinuierliche Sammlung von Vergleichsdaten zu Fortpflanzung, Überlebensraten, Wanderungen, Streifgebietsgrößen und deren Änderung über Jahre hinweg sind von hoher Bedeutung. Nur die Kenntnis dieser wichtigen Faktoren der Populationsökologie ermöglicht eine bessere Einschätzung des Schutzstatus einer solch versteckt lebenden und seltenen Art. Somit wurde in der neuesten Überprüfung durch die Rote Liste der IUCN der Status „gefährdet“ erhalten, während viele andere als selten eingeschätzte Katzenarten in geringere Gefährdungskategorien eingestuft wurden.

Das Projekt

Die Arbeitsgruppe besteht aus Biologen, Naturschützern und Veterinären aus Südafrika, Namibia, den USA und Deutschland. Mit unterschiedlichen Maßnahmen wollen sie die sehr seltene Katzenart schützen. Die Forscher arbeiten multidisziplinär daran, so viele Informationen wie möglich über Biologie, Verbreitung und Gesundheitszustand der Schwarzfußkatze zu sammeln. Denn nur auf Basis dieser Daten lassen sich wirkungsvolle Maßnahmen einleiten, die den Erhalt der bedrohten Tiere sicherstellen. Der Kölner Zoo unterstützt Kurator Dr. Alexander Sliwa bei seiner Forschungsarbeit, indem er ihm Zeit und Ressourcen für mehrwöchige Aufenthalte im Heimatgebiet der Schwarzfußkatze zur Verfügung stellt. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe führt Dr. Sliwa dabei zum Beispiel Fangaktionen wild lebender Tiere durch. Nach dem Fang werden sie narkotisiert und anschließend gründlich medizinisch untersucht. Dadurch gewinnen die Forscher zum Beispiel Erkenntnisse über den Gesundheitszustand. Die meisten Tiere werden vor ihrer Freilassung mit einem Radiohalsband ausgestattet und über mehrere Jahre überwacht, um valide Vergleichsdaten sammeln zu können, zum Beispiel über ihre Nahrungsgewohnheiten und Größe und Nutzung ihrer Streifgebiete. Gemeinsam mit örtlichen Naturschützern sucht die Arbeitsgruppe zudem den Kontakt zu Landbesitzern, Landarbeitern und ihren Familien, Tourismusexperten und Medienvertretern und sensibilisiert durch Vorträge und Exkursionen für die Bedeutung von Natur- und Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der Schwarzfußkatze.

Erfolgreich ausgewildert

Das Przewalskipferd kam ursprünglich in den Steppen und Halbwüsten Zentralasiens vor. Der Verlust von Lebensräumen durch menschliche Besiedlung und die zunehmende Wilderei führten dazu, dass die letzten frei lebenden Tiere bereits Ende der 60er Jahre ausstarben. In Zoologischen Gärten und anderen Zuchtstationen konnte jedoch eine Population von mittlerweile rund 1.600 Tieren neu aufgebaut werden. Seit 1992 werden Przewalskipferde in verschiedenen Regionen Asiens erfolgreich ausgewildert.

Das Projekt

Der Kölner Zoo engagiert sich in zwei Wiederansiedlungsprojekten in der Mongolei und China. Zudem initiierte er 1997 zusammen mit ungarischen Biologen ein Beweidungsprojekt mit Przewalskipferden zum Erhalt der Fauna und Flora im Pentezug­-Gebiet des Hortobágy Nationalparks in Ungarn. Dabei leisteten die Biologen des Kölner Zoos Pionierarbeit. Denn über die ursprüngliche Lebensweise der in freier Wildbahn ausgestorbenen Przewalskipferde wusste man so gut wie nichts. Im Pentezug­-Gebiet wurden in zahlreichen vom Kölner Zoo betreuten Forschungsarbeiten wertvolle Erkenntnisse zu Sozialstruktur und Nahrungsökologie gewonnen. So weiß man zum Beispiel erst daher, dass die als aggressiv bekannten Hengste im Laufe der Zeit lernen, sich einzuschätzen und in relativer Nähe zueinander mit ihren Stuten weiden können, ohne sich auf kräftezehrende Kämpfe einzulassen.

Diese Basisarbeit kommt auch den vom Kölner Zoo unterstützten Wiederansiedlungsprojekten zugute. Seit 2005 ist man maßgeblich am Aufbau einer Population von Przewalskipferden in der 17.000 Quadratkilometer großen Dsungarischen Gobi im Nordwesten Chinas beteiligt. Der Kölner Zoo organisierte unter anderem den Transport mehrerer Hengste, zwei davon in Köln geboren, und finanzierte die Besenderung ausgewilderter Pferde. Bis heute unterstützt der Zoo das Populationsmanagement. Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern analysiert eine Biologin aus Köln die Entwicklung der Population mit Hilfe von Zuchtbuchdaten. Eine der größten Herausforderungen stellen Hauspferde dar, die von Nomaden bei ihren jährlichen Wanderungen durch das Naturschutzreservat mitgeführt werden. Sie können Krankheiten übertragen und sich mit den Przewalskipferden kreuzen, wodurch der Zuchterfolg gefährdet würde.

Die Erfolge

Nur Dank Initiativen wie der des Kölner Zoos und vieler anderer Zoos, verschiedener Stiftungen und nicht zuletzt erheblicher finanzieller Unterstützung der niederländischen Regierung leben in Asien inzwischen wieder mehr als 600 Przewalskipferde in freier Wildbahn. In der Dsungarischen Gobi auf mongolischer und chinesischer Seite leben mittlerweile wieder etwa 300 Tiere frei. Die 330 Przewalskipferde im 24 km² großen Semi-­Reservat des ungarischen Hortobágy-­Nationalparks sorgen für den Erhalt der Steppe und damit der Brutgebiete bedrohter Vogelarten.

Nashornschutz tut Not

In den 1960er Jahren lebten in Afrika noch rund 100.000 Spitzmaulnashörner. Das Bevölkerungswachstum und insb esondere die Wilderei sorgten für einen dramatischen Rückgang um 98 Prozent. Inzwischen werden jährlich weltweit mehr als 1.000 Nashörner gewildert und auch in Swasiland ist der Nashorn bestand dadurch stark gefährdet. Mit Unterstützung des Kölner Zoos begegnet die nationale Naturschutzbehörde Big Game Parks der Wilderei mit effektiven Anti­-Wilderer­-Patrouillen. Außerdem steht der Kölner Zoo seinem Partner beim Management der Tiere beratend zur Seite.

Wenn Tiere zu Problemtieren werden

Eines der größten Probleme in Swasiland ist zudem die Konkurrenz zwischen Mensch und Tier. Die Menschen bewirtschaften ihre Felder entlang der Flussufer, die auch Lebensräume vieler Tiere sind. Sie holen dort Wasser, waschen die Wäsche oder müssen den Fluss überqueren. Dabei treffen sie immer wieder auf gefährliche Tiere wie Flusspferde und Krokodile, gegen die sie sich zur Wehr setzen müssen. Aber auch die Weidetiere werden attackiert und nicht selten getötet. Dadurch werden Flusspferde und Krokodile zu „Problemtieren“ für den Menschen.

Die Erfolge

Der Kölner Zoo ist seit 2009 in Swasiland aktiv und unterstützt seinen Partner Big Game Parks mit jährlich 25.000 Dollar beim Schutz von Flusspferd, Krokodil, Nashorn und Co. Dabei geht es in erster Linie darum, die Konflikte zwischen den Menschen und den als gefährlich eingestuften Tieren zu lösen oder zu vermindern. Zum Management der Mensch-­Tier­-Konflikte werden verschiedene Maßnahmen ergriffen:

• Am Uferbereichen von Flüssen werden geschützte Bereiche eingerichtet, an denen die Menschen gefahrlos Wasser holen können.

• Flusspferde und Krokodile, die immer wieder Schaden anrichten oder Menschen angreifen, werden in geschützte Gebiete umgesiedelt.

• Durch den Bau und die Reparatur von Dämmen entstehen neue Stauseen und somit zusätzliche Lebensräume für wasserbewohnende Arten.

• Außerdem konnten mit wissenschaftlicher Begleitung durch den Kölner Zoo zwei Antilopenarten in Swasiland wieder angesiedelt werden.

PROJEKTE MIT PARTNERN

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PROJEKTE MIT PARTNERN

ANDERE FÖRDERN

Der Kölner Zoo steuert nicht nur eigene Natur- und Artenschutzprojekte, sondern fördert auch die Arbeit ausgewählter Partnerorganisationen. So werden inzwischen über 20 kleinere und größere Projekte in Afrika, Asien, Südamerika und Europa auf vielfältige Weise unterstützt.

Der Hintergrund

Was hat mein Handy mit Gorillas und Bonobos zu tun? In Mobiltelefonen ist neben vielen anderen Metallen auch das seltene Erz Coltan verbaut, das im Lebensraum der Berggorillas und Bonobos abgebaut wird. Durch den Handyboom weiten sich die Coltanminen aus, der Lebensraum für die Menschenaffen schrumpft. Indem wir alte Handys sammeln und zum Recycling weitergeben, wird der Druck auf den Coltanabbau reduziert. Zugleich erhalten wir für die Handys eine Gutschrift, die Gorilla und Bonobo-Schutzprojekten zugute kommt. Wenn Sie Handys abgeben möchten, wenden Sie sich bitte an handy@koelnerzoo.de.

Projekt Mbeli Bai

Im Kongo haben sich die Westlichen Flachlandgorillas einen einzigartigen Lebensraum erobert: riesige, natürliche Waldlichtungen, sogenannte Bais. Mbeli Bai liegt im Südosten des Nouabalé-Ndoki-Nationalparks und umfasst eine Fläche von 13 ha. Hier sind regelmäßig 130 Gorillas anzutreffen. Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) untersuchen die Dynamik des Zusammenlebens und die Faktoren, die Wachstum und Fortpflanzung der Gruppe beeinflussen. Erst mit diesem Wissen kann man Schutzkonzepte planen. Der „Club Ebobo“ (kongolesisch für Gorilla) vermittelt Schulkindern die Bedeutung des Gorillaschutzes. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Ökotourismus, der Reisenden die Möglichkeit bietet, die Tiere aus der Nähe zu betrachten. Das eingenommene Geld fließt dem Projekt zu.

Die Erfolge

Der Kölner Zoo hat seit Beginn der Handyaktion im Frühjahr 2009 über 35.000 Althandys zum Schutz der Gorillas und Bonobos gesammelt. Vor allem Schulklassen, Kirchengemeinden, aber auch Firmen und Sportvereine haben die Kampagne mit großen Sammlungen unterstützt. Viele Schulklassen verbinden ihre Auseinandersetzung mit dem Thema „Müll“ oder „Regenwald“ mit einer Handysammlung.

Projekt Bonobo Alive

Bonobos sind die Menschenaffen, die am engsten mit uns Menschen verwandt sind. Sie haben ihr Verbreitungsgebiet ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo. Dort aber werden sie regelmäßig gewildert und ihr Fleisch auf Märkten verkauft. Bonobo Alive ist eine Naturschutzorganisation, die sich um den Schutz dieser einzigartigen Menschenaffenart bemüht. Gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort und der kongolesischen Naturschutzbehörde arbeiten sie an einer nachhaltigen Allianz zum Schutz der Bonobos vor Wilderern.

Der Große Ameisenbär

Große Ameisenbären sind Einzellgänger. Die spezialisierten Tiere ernähren sich ausschließlich von Ameisen und Termiten, die sie mit ihrer langen, klebrigen Zunge auflecken. Auf der Roten Liste der IUCN wird der Große Ameisenbär als gefährdet aufgeführt. In Uruguay und Nordargentinien gilt er bereits als ausgestorben. Besonders die Zerstörung des Lebensraums, aber auch der Straßenverkehr machen dem eher langsamen Tier zu schaffen.

Die Erfolge

Eine deutsch-brasilianische Kooperation aus Veterinärmedizinern und Biologen setzt das erste und aktuell einzige mehrjährige Forschungsprojekt zu Ökologie und Verhalten des Großen Ameisenbären. Diese langjährige Arbeit wird unter anderem durch die finanzielle und fachliche Unterstützung des Kölner Zoos möglich.

Mittlerweile verfügt das Team über eine umfangreiche Datenbasis und große Expertise. Mit Hilfe von Kamerafallen und durch Verhaltensbeobachtungen wird die Lebensweise des Großen Ameisenbären in freier Wildbahn erforscht. Ein Fotoregister der „ansässigen” Individuen wurde angelegt. Erstmalig konnte beobachtet werden, dass weibliche Ameisenbären jährlich Nachwuchs bekommen. Es konnte gezeigt werden, dass die meisten Individuen in stabilen, sich gegenseitig überlappenden Streifgebieten leben. Ein zuvor noch nicht beobachtetes Kommunikationssystem mittels Duftmarken wurde entdeckt.

Die Zukunft

Unsere Forschung geht weiter. In diesem Jahr werden wir große Ameisenbären mit GPS-Sendehalsbändern ausstatten. Mithilfe dieser Halsbänder können die Bewegungsmuster der Ameisenbären über ein Jahr verfolgt werden, auch in der Überschwemmungszeit. Diese Daten sind entscheidend, um dringend nötige Schutzkonzepte für die Art und ihren Lebensraum entwickeln zu können.

Das Pantanal

Das Pantanal ist eines der größten Binnenfeuchtgebiete der Erde und ein Zentrum für Biodiversität in Südamerika. Zur Regenzeit wird das vielfältige Mosaik aus Wäldern, Savannen, Flüssen und Seen einmal jährlich großflächig überschwemmt. Die Region wird seit Jahrhunderten mittels traditioneller, nachhaltiger Ameisen Rinderzucht bewirtschaftet. In den letzten Jahrzehnten wurden jedoch weite Teile des Landes für intensive Weidewirtschaft und die Gewinnung von Holzkohle entwaldet. Experten schätzen, dass die reiche Natur des Pantanals ohne effektive Schutzkonzepte bis zum Jahr 2050 verloren sein könnte.

Der Hintergrund

Madagaskar gehört zu den biologischen Hotspots. Viele Tier- und Pflanzenarten konnten sich durch die einzigartige Entstehungsgeschichte Madagaskars nur hier entwickeln. Dazu zählen 80 Prozent der Säugetier und Vogelarten, 95 Prozent der Reptilienarten und 100 Prozent der Amphibien. Werden sie ausgerottet, sind sie für die ganze Welt verloren. Durch seine Tradition in der Lemurenhaltung sieht sich der Kölner Zoo in der Verantwortung, sich für den Erhalt der madagassischen Fauna stark zu machen.

Die Erfolge

Bereits dreimal ist es gelungen, Nachzuchten des Schwarzweißen Varis in Betampona auszuwildern und den Bestand damit aufzustocken. Ein weiterer Fokus der MFG ist die Erforschung der madagassischen Amphibienfauna. Im Jahr 2013 wurde nachgewiesen, dass auch auf Madagaskar der Chytridpilz verbreitet und wahrscheinlich für den Rückgang einer Vielzahl von Amphibien verantwortlich ist. Methoden zur systematischen Untersuchung der frei lebenden Amphibien auf den Pilz, aber auch der Aufbau gezielter Nachzuchtprogramme wurden eingerichtet. Auch die einzigartige Pflanzenwelt ist über Jahre gezielt erforscht und zur Vermehrung gebracht worden.

Ein umfangreiches Bildungsprogramm für Schulklassen, aber auch Interessierte aus der Bevölkerung komplettiert das Angebot der MFG. Das Ivoloina Conservation Training Center ermöglicht Schülern, Lehrern, Studenten und angehenden Wissenschaftlern, praktische Erfahrungen in der Naturschutzarbeit zu machen.

Das Projekt

Der Kölner Zoo ist Mitglied der Madagaskar Fauna & Flora Group (MFG), Direktor Theo Pagel sitzt im Management Board. In diesem Konsortium sitzen Mitarbeiter renommierter Zoos, Botanischer Gärten, Repräsentanten der madagassischen Regierung sowie Vertreter von Naturschutzbehörden und ortsansässigen NGOs, um gemeinsam Schutzkonzepte für die madagassische Flora und Fauna zu entwickeln und umzusetzen.

Die MFG hat ihren Sitz in Taomasina, der zweitgrößten Stadt der Insel. Von dort betreut sie zum einen den Parc Zoologique de Ivoloina. Dieser 4 ha große Zoo beherbergt nur madagassische Arten und dient den Behörden auch als Auffangstation für konfiszierte Tiere. Daneben gibt es ein großes Trainingscenter, in dem Workshops und Unterweisungen für Studenten stattfinden. Auch nachhaltige Anbaumethoden und Wiederaufforstungsprojekte werden hier entwickelt.

Etwa 40 km landeinwärts liegt das Naturreservat Betampona. Hier leben Lemuren und andere Wirbeltierarten in einem intakten, aber nach außen begrenzten Waldstück. Mitarbeiter der MFG führen Bestandserhebungen durch und prüfen, wo es sinnvoll ist, Lemuren wieder anzusiedeln.

Shipstern

Der International Tropical Conservation Fund (ITCF) ist seit 25 Jahren im 100km² großen Shipstern Nature Reserve im Nordosten von Belize aktiv. Konsequent werden hier die wertvollen Ressourcen des Gebietes geschützt. Zuständig für die Schutzmaßnahmen ist die Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), deren Ranger Polizisten gleichgestellt sind. Sie kämpfen gegen illegale Abholzung und Brandrodung, damit Korridore und Pufferzonen nicht verloren gehen.

Honey Camp National Park & Freshwater Creek Forest

2013 wurde die CSFI von der Regierung damit beauftragt, auch den Schutz des weiter im Inland liegenden Honey Camp National Park sowie des dort angrenzenden Freshwater Creek Forest zu übernehmen. Dadurch konnten weitere wichtige Schutzgebiete geschaffen werden. Die Gesamtfläche der drei Gebiete, die von CSFI gemanagt wird, beträgt jetzt 235km².

Die Erfolge

Durch die schon lange währende Arbeit von CSFI und konsequenten Patroullien seiner Ranger zählt das Gebiet um Shipstern und Honey Camp zu den letzten saisonalen Flachlandregenwäldern Mittelamerikas mit einer nach wie vor großen Artenvielfalt. Dieser Reichtum wird durch gezielte Programme auch Touristen zugänglich gemacht. Die Einnahmen aus dem Ökotourismus fließen, wie auch alle Spendengelder, zu 100 Prozent in den Naturschutz. Es werden Löhne, Ausrüstung und Treibstoff davon entrichtet, der administrative Aufwand wird möglichst gering gehalten. Im Gebiet von Freshwater Creek werden nachhaltige Forstwirtschaftsmethoden erprobt. Dazu werden in den nächsten Jahren über 200.000 Mahagoni- und andere Hartholzbäume gepflanzt.

Die Zukunft

Langfristiges Ziel ist es, die drei Schutzgebiete Shipstern, Honey Camp und Freshwater Creek durch Ökokorridore miteinander zu verbinden. Das gesamte Gebiet soll einem nachhaltigem Tourismus zugänglich sein dessen Einkünfte der Bevölkerung vor Ort zugute kommen. Die Vision des International Tropical Conservation Funds ist, das Modell von Shipstern und seiner umliegenden Schutzgebiete auch auf andere Länder zu übertragen.

ZOO NACHHALTIG

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ZOO NACHHALTIG

FÜR DIE UMWELT

Nachhaltiger Fisch für Mensch und Tier

Der Kölner Zoo hat als erster Zoo in Deutschland nachhaltig gefangenen Fisch mit MSC-Siegel auf den Speiseplan gesetzt. Nicht nur die Zoobesucher kommen in der Zoogastronomie in nachhaltigen Fischgenuss, sondern auch bei den Seelöwen und Pinguinen gehören ab sofort MSC-zertifizierter Hering und Makrele aus nachhaltiger Fischerei zum Menü. Dafür hat sich der Kölner Zoo zusammen mit seiner Zoogastronomie nach dem Rückverfolgbarkeitsstandard des MSC zertifizieren lassen.

Unser Zoo ist außerdem Partner des Bildungsprojektes „Schlau fischen mit Kurt dem Kutter!“. Gemeinsam mit dem MSC (Marine Stewardship Council) haben wir Projektmaterialien entwickelt, um das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der natürlichen Ressource Fisch zu stärken und unseren Zoobesuchern Möglichkeiten eines nachhaltigen Fischkonsums aufzuzeigen.

Schlau fischen mit Kurt dem kutter

Umweltleitlinien des Kölner Zoos

Der Kölner Zoo ist ein Kompetenzzentrum für Natur- und Artenschutz. Er klärt seine Besucher über die Themen Umweltschutz, Artenschutz und Biodiversität auf, dabei sind die Tiere die Botschafter Ihrer in der in der Wildnis lebenden Arten.

Wir betreiben Umweltschutz aus eigener Initiative und Verantwortung und führen die dazu erforderlichen Maßnahmen durch:

Ressourcenschonung in allen Abteilungen durch Energieeffizienz und nachhaltigem Umgang mit Rohstoffen
Regionale und saisonale Produkte, sowie aus nachhaltuger Produktion in Gastronomie, Shop und Beschaffung von Tiernahrung
Permanente Evaluation der Energie-, Abfall- und Emmissionsströme zur Optimierung der Umweltverträglichkeit

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