Köln, 19. Januar 2017. „Sergan“ wurde im Mai 2015 in Hodonin geboren. Dort lebte er mit seinem Wurfbruder und den Eltern zusammen, bevor er nach Köln kam. Er hat sich erstaunlich schnell und gut hier eingelebt und kommt auf Zuruf der Pfleger verlässlich von der Außenanlage in seinen Stall. Momentan hat er noch großen Respekt vor seiner Mitbewohnerin, der 12-jährigen Tigerkatze „Hanya“. Der Zoo hält die beiden daher noch voneinander getrennt. „Hanya“ hat bereits zwei Würfe in Köln aufgezogen. Sie darf gemäß den Regeln des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nicht mehr züchten, da ihre Blutlinie im Programm sonst überrepräsentiert wäre. Der Kölner Zoo wird deshalb Verhütungsmittel anwenden, um sie gemeinsam mit „Sergan“ auf der Außenanlage laufen lassen zu können. Später soll „Sergan“ mit einer neuen Partnerin züchten dürfen

Der Sibirische Tiger, auch Amur-Tiger genannt, kommt im Amur- und Ussurigebiet des russischen Fernen Ostens, nahe der Hafenstadt Wladiwostok vor. Nach einem katastrophalen Rückgang dieser Tiger-Unterart auf nur noch etwa 50 Tiere im Jahr 1940 haben sich die freilebenden Bestände durch konsequente Schutzmaßnahmen durch die russische Regierung wieder auf rund 400 erhöht. Auch im angrenzenden Nordostchina erholen sich dadurch die Bestände des Amur-Tigers langsam. Ihnen droht aber, wie allen Tigern weltweit, weiterhin die Ausrottung durch Lebensraumzerstörung, Überjagung ihrer natürlichen Beute und – vor allem – der Wilderei zur Verwendung in der traditionellen chinesischen Heilmedizin. In letzterer wird jedem Körperteil des Tigers heilende Wirkung zugesprochen.

Inzwischen schätzt man den Gesamtbestand freilebender Tiger auf nur noch etwa 4.000 Tiere. Auf jeden freilebenden Tiger kommen in Asien mittlerweile über 850.000 Menschen, da er in den am dichtesten besiedelten Gebieten vorkommt. Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiger durch koordinierte Zuchtprogramme. Dazu zählt zum Beispiel das seit 1985 ins Leben gerufene Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). In ihm werden momentan 280 Amur-Tiger in 90 Haltungen koordiniert. Auch durch die Aufklärung der weltweit jährlich 600 Millionen Zoobesucher, das Sammeln von Spenden in Höhe von jährlich rund 6 Millionen US-Dollar und die Bereitstellung von Fachwissen und aktiver Hilfe versuchen Zoos, dem Tiger zu helfen. Wir hoffen, dass der Kölner Zoo später mit „Sergan“ wieder an seine Zuchterfolge anknüpfen kann.

Fotos: Werner Scheurer

Kontakt für weitere Informationen:

Christoph Schütt
AG Zoologischer Garten Köln
Riehler Straße 173
50735 Köln0221/7785-235
0221/7785-111

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