Orang-Utans sind Baumbewohner der tropischen Regenwälder, sie kommen in den zwei Arten Borneo-Orang-Utan und Sumatra-Orang-Utan auf diesen indonesischen Inseln vor und sind die einzigen Großen Menschenaffen außerhalb Afrikas.
Orangs gelten in der Natur als Einzelgänger. Oft findet sich auf einen Quadratkilometer nur ein Orang-Utan. Nur die Weibchen mit ihren Kindern werden von ihrem Nachwuchs und manchmal auch von anderen Müttern mit ihrem Nachwuchs begleitet. An guten Fruchtbäumen treffen sich aber gelegentlich mehrere Tiere, die hier einige Zeit miteinander fressen und dann wieder auseinander gehen.

Orang-Utans zeigen sich besonders geschickt beim Manipulieren von Gegenständen. Wie Schimpansen nutzen auch sie verschiedene Objekte als Werkzeuge. So konnte im Freiland der Einsatz von Ästen als Fliegenklatsche oder als Kratzstock beobachtet werden. Stöcke werden als Stocherinstrumente zum Hervorpulen von Insekten oder zum Entkernen von Früchten eingesetzt, Blätter wie Handschuhe benutzt, um stachelige Früchte oder Zweige zu bearbeiten. Belaubte Zweige werden eingesetzt, um Wasser aufzufangen und abzulecken..

Auch in Zoologischen Gärten zeigen Orangs vielfältigen Werkzeuggebrauch. Um diese Verhaltensweisen zu fördern, beschäftigen die Pfleger die Tiere mit verschiedenen Materialien. So wird ihnen zum Beispiel in verschlossenen Gummiröhren Körnerfutter angeboten, dass sie nur durch geschicktes Schütteln oder durch Stochern mit einem Stöckchen aus kleinen Löchern hervorholen können.

Pongo pygmaeus | Bornean Orang-Utan

Systematik: Primaten, Große Menschenaffen

Verbreitung: Borneo

Lebensraum: tropischer Regenwald

Tragzeit: 7,5 - 9 Monate

Körpergewicht: 35 - 45 kg (w), 80 - 90 kg (m)

Bestand im Freiland: wenige Tausend, vom Aussterben bedroht

Bestand in europäischen Zoos: ca. 160

Nahrung: Früchte, junge Blätter, Insekten