Lebenslanger Spießrutenlauf?

Anemonenfische und Anemonen sind das Paradebeispiel für Symbiosen (Lebensgemeinschaften) im Tierreich. Anemonen gehören zu den Korallen und besitzen ähnlich wie die nah verwandten Quallen Tentakel, auf denen Nesselzellen sitzen. Beutetiere werden durch die Nesselzellen "gestochen", gelähmt und schließlich der einzigen Körperöffnung der Anemone zugeführt. Logisch, dass sich kein Tier freiwillig in die Reichweite der wehrhaften Tentakel begibt. Mit einer Ausnahme: den Anemonenfischen. Die Gattung Amphibrion umfasst etwa 30 Arten, deren Größe zwischen 6,5 und 15cm variiert. Sie alle begeben sich scheinbar todesmutig zwischen die Tentakel der Anemonen, aber ohne dabei "genesselt" zu werden.

Perfekte Gemeinschaft

Das Leben in direktem Kontakt mit der Anemone ist deshalb möglich, weil die Fische ihren Körper durch ständigen Tentakelkontakt mit dem Anemonen-eigenen Schutzschleim benetzt halten. So werden sie von der Anemone nicht als potentielle Beute erkannt. Der Effekt für den Fisch ist, dass er zwischen den Tentakeln seiner Wirtsanemone sicher vor Fressfeinden ist. Der Nutzen für die Anemone – Symbiosen sind Lebensgemeinschaften zu beiderseitigem Vorteil – ist der gleiche. Auch der Anemonenfisch sorgt dafür, dass die Anemone nicht gefressen wird. Sogar Taucher wurden schon von den kleinen Fischchen angegriffen!
Interessant ist die Fähigkeit der Anemonenfische, ihr Geschlecht umzuwandeln. Aus dem Ei schlüpfen immer Männchen. Nur die jeweils größten und kräftigsten Tiere der Gruppe wandeln sich zu Weibchen - so ist sichergestellt, dass nur das stärkste Tier Gelege anlegen kann.

Amphiprion percula | Clown fish

Systematik: Riffbarsche, Clownsfische

Kopf-Rumpf-Länge: ca. 8 cm

Höchstalter: über 10 Jahre

Gelegegröße: bis 250 Eier

Lebensraum: Korallenriffe

Verbreitungsgebiet: Pazifischer Ozean

Nahrung: Plankton, Algen

Feinde: größere Fische