Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus den unerforschten Urwäldern des Kongo von einem Tier berichtet, das einem Zebra ähneln und Hörner tragen sollte. Der Körper sei jedoch einfarbig und die Füße hätten, anders als bei den Zebras, zwei Hufe. Sir Harry Johnston, damals Gouverneur von Uganda, wollte dem Geheimnis des seltsamen Tieres auf die Spur kommen. Er bekam zwar nie ein lebendiges Tier zu sehen, aber anhand von Fellen und Schädeln konnte das Geheimnis des Okapis gelüftet werden: Es handelt sich um eine Giraffe.

Die lange Greifzunge und der nach hinten abfallende Körperbau zeigen deutlich die Verwandtschaft. Allerdings tragen bei den Okapis nur die Männchen die für Giraffen typischen Stirnzapfen. Auch ist bei ihnen das Weibchen größer als das Männchen. Die Streifenzeichnung der Beine und die dunkle Farbe des Fells führen dazu, dass im Regenwald die Umrisse mit der Umgebung verschmelzen und das Tier "unsichtbar" wird. So ist auch zu erklären, dass erst 1901 ein lebendes Tier entdeckt wurde.

(Okapia johnstoni | Okapi)

Systematik: Paarhufer, Giraffen

Tragzeit: 14-15 Monate

Höchstalter: 25 Jahre

Körpergewicht: ca. 300 kg (w), ca. 250 kg (m)

Lebensraum: feuchter Urwald, bevorzugt Lichtungen und Wasserläufe

Bestand im Freiland: ca. 6.000-10.500

Bestand in europäischen Zoos: ca. 50

Nahrung: Blätter, Knospen, Farne, Früchte